
Nach 40 Jahren im Nebengebäude der Blount Europa Zentrale in Nivelles hat das Unternehmen vor kurzem sein europäisches Lager- und Logistikzentrum in das brandneue für diesen Zweck gebaute Gebäude in Courcelles verlegt.
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Wir trafen uns mit Blount Europa-Geschäftsführer Scott Sander und European Operations Manager Fernando Picone zu einem Gespräch.
Scott, ich schätze, die erste Frage wird offensichtlich lauten: „Warum der Umzug?"
Scott Sander: Als Blount am Ende der 60er Jahre nach Europa kam, haben wir hier tatsächlich Sägeketten hergestellt. Das Gebäude war somit ursprünglich als Produktionsstätte konzipiert. Obwohl unsere Kettenproduktion eingestellt wurde, haben wir das Gebäude weiterhin für Administration, Vertrieb und Marketing genutzt. Später haben wir auch ein Nachbargebäude bezogen um dort ein weiteres Lager einzurichten. Auch dieses Gebäude war ursprünglich als Produktionsstätte errichtet worden und hatte daher niedrige Decken und einen ungeeigneten Boden was die Lagerhaltung erschwerte.
Schließlich waren die Räumlichkeiten den Anforderungen nicht mehr gewachsen, sodass es absolut keinen Raum für weitere Expansion gab. Das Konzern-Hauptquartier in den USA gab uns schließlich im Juli vergangenen Jahre grünes Licht für den Umzug und wir machten uns auf die Suche nach einem passenden Gebäude welches wir in einem 10.000m² Gebäude in Courcelles gefunden haben.
Umzüge können Kopfzerbrechen bedeuten, Fernando, was sind die Vorteile des neuen Lager- und Logistikzentrums?
Fernando Picone: Nun, da gibt es viele. Zu allererst einmal haben wir unsere Lagerkapazität mehr als verdoppelt. Wenn der Umzug abgeschlossen ist werden wir etwa 60% des verfügbaren Platzes nutzen. Dies läßt viel Platz für weiteres Wachstum. Wir haben die Möglichkeit dann gleich genutzt, unsere Prozesse zu optimieren. Von Besuchen im Logistikzentrum in den USA haben wir eine Vielzahl an Methoden und Ideen mitgebracht. Ziel war es vorhandene Ideen und eigene Erfahrungen zu nutzen, um ein modernes an uns angepasstes System zu installieren.
Da wir gerade von Systemen sprechen, arbeiten alle Unternehmen des Konzerns mit dem gleichen ERP-System?
Scott Sander: Ja, das stimmt. Jede Tochtergesellschaft nutzt SAP. Auf diese Weise sprechen wir alle die gleiche Sprache und haben ein voll integriertes System. Wir haben Einsicht in den gesamten Wertschöpfungs- und Logistikprozess bis hinein in die Fabrik. Auch der Austausch von Informationen mit externen Lieferanten ist viel einfacher geworden. Im Moment arbeiten wir an einer Möglichkeit, den Händlern über einen Webzugang ihre Bestellungen zu ermöglichen und diese zu überwachen. Das Projekt startet bei unser französischen Niederlassung.
Fernando, Sie sprachen über die Änderung der Art und Weise wie Sie Ihre Prozesse durchführen. Wie genau haben Sie das gemeint?
Fernando Picone: Wir haben eine sehr große Produktvielfalt in Hinblick auf ihre Größe, Form und Gewicht. Dies erfordert zwangsläufig einen hohen Anteil an manueller Arbeit. Das neue Lager- und Logistikzentrum mit seiner 10m hohen Decke macht es für Fahrzeuge und Menschen sehr viel einfacher, sich umher zu bewegen.
Wir stellen auf ein prozessorientiertes Kommissionierungssystem „Wave-Picking" um und führen Barcodes und ein RFID-System ein. Dies wird die Arbeit sehr viel effizienter gestalten. So können wir wirklich von einer Echtzeit-Lagerhaltung sprechen. Außerdem haben wir viel mehr Laderampen zur Verfügung. In Nivelles hatten wir nur zwei, hier haben wir 13.
Scott Sander: Durch diesen zusätzlichen Platz haben wir mehr Möglichkeiten für praktischen Schulung mit Rasenmähern und Kettensägen und auch unsere Betonsägen-Abteilung hat hier Platz für Servicearbeiten und Reparaturen.
Ihr Leben ist also viel einfacher geworden, aber wo liegt der Nutzen für den Kunden?
Fernando Picone: Der größte Vorteil für den Kunden liegt darin, dass er seine Bestellungen viel schneller erhält. Durch die erhöhte Effizienz können wir viel schneller reagieren. Bestellprozesse werden beschleunigt und die Fehlerwahrscheinlichkeit beim Faktor Mensch geht gegen Null.
Und die Mitarbeiter?
Scott Sander: Unsere Leute sind sehr gespannt auf das neue Zentrum. Das Arbeitsumfeld ist modern und geräumig, Es ist eine große Verbesserung gegenüber der früheren Umgebung. In der Vergangenheit gab es eine ganze Menge Verkehr zwischen den Gebäuden. Jetzt haben wir alles unter einem Dach.
Jetzt steht alles und läuft perfekt?
Scott Sander: Sehr vieles! Der Umzug wird jedoch noch bis in den späten Herbst andauern.
Wir wollen nichts überstürzen und uns die Möglichkeit geben, zu lernen mit der neuen Umgebung umzugehen.
Wir haben externe Berater beauftragt nach den Prozessen zu schauen und wir haben uns einiges in den USA abgeschaut.
Bisher ist alles sehr reibungslos gelaufen und von der Pike auf einen solches Projekt innerhalb eines Jahres zu schaffen ist eine sehr gute Leistung
Ich möchte an dieser Stelle allen danken, den Menschen im Unternehmen und auch unseren Lieferanten und Kunden die für uns eine große Hilfe bei der Umsetzung waren.







